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[Spitzwegs Bücherwurm]
Carl Spitzweg (1808 - 1885)
"Der Bücherwurm"

Kermits Bücherseite

Durch das Reisen bin ich langsam aber unweigerlich zu einem großen Bücherfreund geworden, ja, zu einem Büchernarren. Anfänglich las ich vor allem ausgefallene Reiseberichte und gute Sachbücher über ferne Länder, aber inzwischen findet sich auch einiges andere in meiner kleinen Bibliothek. Als ich nach meiner ersten Mittelamerikareise beinahe nichts über Guatemala auftreiben konnte, entdeckte ich Miguel Ángel Asturias für mich. Später habe ich noch oft festgestellt, daß Romane hervorragende landeskundliche Sachbücher sein können. Andererseits können Sachbücher so gut geschrieben sein, daß sie sich wie Romane lesen, Jonathan D. Spence ist dafür ein Beispiel. So wundert es mich heute nicht mehr, daß es einige Autoren gibt, die sowohl Landeskundliches als auch Romane geschrieben haben oder die Grenzen dieser Genres in ihren Büchern ineinander übergehen ließen, wie beispielsweise Erwin Wickert, Bruce Chatwin und Cees Nooteboom, aber auch Henry Miller mit Der Koloß von Maroussi oder Elias Canetti mit Die Stimmen von Marrakesch.

Richtig gepackt hat mich die Literatur dann, als ich zwei Monate lang in Moskau lebte, wo in jeder Schlange, auf allen Plätzen, in jeder Metro und sogar auf jeder Rolltreppe gelesen wird. Recht wahllos kaufte ich dort dann an einem Straßenstand drei Bücher: Lev N. Tolstojs "Auferstehung", Fjodor M. Dostojewskijs "Verbrechen und Strafe" ("Schuld und Sühne"), sowie einen Band mit Erzählungen von Anton P. Tschechow. Je mehr ich dann in den folgenden Jahren las, um so mehr begeisterte mich die Literatur des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Außerdem habe ich - spätestens seit ich acht Monate in Spanien lebte - eine besondere Vorliebe für die spanischsprachige Literatur.

Inzwischen hat meine Lesewut schon beinahe moskowitische Ausmaße angenommen, so daß ich eigentlich nirgendwohin gehe, ohne ein Buch dabeizuhaben. Ich fühle mich von Peter Panter wohl verstanden, wenn er die Frage beantwortet, wo wir unsere Bücher lesen. Die sicherlich noch entscheidendere Frage, warum überhaupt und wie wir Bücher lesen (sollen), beantwortet Emil Sinclair auf wunderbare Weise. Und schließlich finde ich bei Felix Braun eine mir aus der Seele sprechende Antwort auf die Frage, was wir lesend fühlen. Auch weiß ich inzwischen sehr wohl, daß lesen die schönste Form des Reisens ist, die ein Mensch erleben kann, wenn er zu Hause zu bleiben gezwungen ist; schon die ansonsten sinnlose jährliche Titelliste der von mir gelesenen Bücher zu überfliegen ist für mich eine Reise durch Erdenwinkel und Lebenssituationen und hin zu Menschen, die durch die Ferne manchmal beinahe zu Romanfiguren geworden zu sein scheinen. Das Reisen und die Literatur sind inzwischen für mich untrennbar miteinander verwoben, eines ist ohne das andere nicht mehr denkbar. Als ich kürzlich einige Zeit in Puebla, Mexiko verbrachte, trug ich auch dorthin nach und nach gut dreihundert Bände; das erste, was ich in meinem gemieteten Häuschen tat, war, dieses Bücherregal zu bauen. Abenteuerlich und kostspielig war dann das Unternehmen, diese Bücher nach Ende meines Mexiko-Aufenthaltes in einer Holzkiste wieder nach Deutschland zu schicken; mehrere Steine fielen mir vom Herzen, als ich nach viel Bürokratie und Bangen den Schatz unbeschadet auf dieser Seite des Atlantik in Empfang nehmen konnte.

Hier findet sich eine flüchtig erstellte Liste von fünfzehn unbegründeten Buchempfehlungen.

Meine erklärten Lieblingsautoren sind zur Zeit Fjodor M. Dostojewskij, Thomas Mann, Sándor Márai, Javier Marías und Marcel Proust.

Zu den Autoren, die ich in letzter Zeit gelesen habe und gerne weiter lesen möchte, zählen: Tschingis Aitmatow, Miguel Ángel Asturias, Honoré de Balzac, Juan Benet, Alejandra Bernal, Thomas Bernhard, Albert Camus, Elias Canetti, Bruce Chatwin, Camilo José Cela, Charles Dickens, Friedrich Dürrenmatt, Laura Esquivel, Jonathan Safran Foer, Max Frisch, Carlos Fuentes, Eduardo Galeano, Gabriel García Márquez, Knut Hamsun, Heinrich Heine, Hermann Hesse, Victor Hugo, Jorge Ibargüengoitia, John Irving, Jerome K. Jerome, Franz Kafka, Rudyard Kipling, Lao She, Lu Xun, Heinrich Mann, Carolina Maria de Jesus, Eduardo Mendoza, Juan José Millás, Henry Miller, Harry Mulisch, Haruki Murakami, Vladimir Nabokov, Bernhard Nieland, Cees Nooteboom, Orhan Pamuk, Octavio Paz, Wilhelm Raabe, Herbert Rosendorfer, Philip Roth, Antoine de Saint-Exupéry, Jean-Paul Sartre, Albert Schweitzer, Rüdiger Siebert, Jonathan D. Spence, John Steinbeck, Italo Svevo, Jan Jósef Szczepanski, Junichiro Tanizaki, Paul Theroux, Pramoedya Ananta Toer, Lev N. Tolstoj, Anton P. Tschechow, Kurt Tucholsky, Mark Twain, Miguel de Unamuno, Mario Vargas Llosa, Gábor von Vaszary, Manuel Vicent, Erwin Wickert, Oscar Wilde und Émile Zola.

Zu den Autoren, die ich zwar mit Freude gelesen, mit denen ich aber nun für's erste abgeschlossen habe, zählen: Isabel Allende, Alessandro Baricco, Peter Høeg, Kenzaburo Oe und Susanna Tamaro.

Seit kurzer Zeit bemühe ich mich wieder, im Studentenwohnheim, in dem ich lebe, eine kleine Bibliothek einzurichten. Ziel derselben soll es sein, meinen Kommilitonen, die sich hauptsächlich mit technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Materialien beschäftigen, auch die Freude des Lesens und das Interesse für Literatur, Geschichte und Philosophie nahezubringen. Diese Freude ist in meinem Leben so wichtig, daß ich damit gerne anstecken, sie gerne teilen und verbreiten möchte.

Seit Ende Oktober 2006 treffen wir uns jeden Sonntagabend nach dem Tatort im Ersten im Fluchtpunkt und lesen uns gegenseitig etwas vor. Zu dieser Vorlesestunde ist jeder Interessierte herzlich als Zuhörer eingeladen, und wer etwas vorlesen möchte, bringt einfach etwas mit und gibt es zum besten.


Eine Zeitlang habe ich mich recht intensiv mit der literarischen Figur des Faust beschäftigt. Als Ergebnis dieses Laienstudiums sind ein paar Notizen zum Faust entstanden, sowie ein Vortrag mit dem Thema Faust als Spiegel der Geschichte, den ich im Rahmen der Vortragsreihe Wissenschaft, Technik und Ethik im Sommersemester 2004 in Clausthal hielt.

Außerdem unterhalte ich inzwischen eine bisher noch höchst bescheidene kleine Sammlung von Übersetzungen des Goetheschen Faust ins Spanische.


Die Beschäftigung mit dem Faust führte mich im Juni 2004 in die Herzog August Bibliothek zu Wolfenbüttel. Eigentlich hatte ich für den gleichen Monat auch einen Besuch in Weimar geplant, der dann aber aus Zeitmangel ausfiel - und der nun leider nicht mehr wie geplant nachzuholen ist!

Hier habe ich einige Bilder des Brandes der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu Weimar gesammelt, der am 2. September 2004 mein bibliophiles Gemüt erschütterte.


Eine Tüte bunter Kurzzitate


[Erotische Photographie mit Buch] Neben dem Lesen und vielen anderen wunderschönen Dingen gehört auch das Schreiben zu meinen Zeitvertreiben oder eher Leidenschaften. Das begann schon zu Schulzeiten, lange und heute unverständliche Jahre bevor ich freiwillig Bücher las, als ich Nachmittage und Abende auf meinem Teppich liegend mit Musikhören verbrachte und manchmal Gedichte schrieb. Einige dieser Gedichte - dieser Kindergedanken - habe ich nebst weiterer Lyrik der Verschwiegenheit des Internet anzuvertrauen gewagt. Erstaunt habe ich kürzlich festgestellt, daß ein paar meiner Gedichte sich im Netz hier und dort ausgestreut haben. Zunächst erfüllt mich das mit Freude, scheint doch meine Teppichbodenlyrik dem einen oder anderen zu gefallen, den einen oder anderen zu bewegen. Ein wenig befremdet war ich allerdings, einige meiner Gedichte mit Unterschriften wie anonym, Autorin unbekannt oder auch im WWW gefunden wiederzuentdecken.

Als ich 1990 durch Irland radelte und eines Vormittags in einem Pub bei einer Kanne Tee saß, regnete es draußen Hunde und Katzen. Da ich nichts anderes zu tun hatte, begann ich meine Reiseerlebnisse aus Asien (1988/89) niederzuschreiben. Hätte ich geahnt, wieviel Arbeit mir das machen würde, dann hätte ich nie damit begonnen. Das Manuskript hat nun schon 400 Seiten, doch fehlt darin noch immer ein Viertel der Reise. Ich hoffe, daß ich es eines Tages doch fertigstellen werde und vielleicht sogar noch einen Verleger finde.

[Lesung in der Bibliothek der TU Clausthal] Im Januar 1994 stellte ich mein erstes kleines Büchlein fertig. Es heißt "Marimba und Macheten" und erzählt von Mexiko, Belize und Guatemala. Das Büchlein ist im Eigenverlag mit einer Auflage von 70 Stück erschienen und momentan vergriffen. Eine zweite, erweiterte Auflage ist als Idee bereits geboren und sporadisch in Arbeit, ihr Erscheinen ist aber noch mehr als nur unklar. Nachdem ich inzwischen anderthalb Jahre in Mexiko gelebt habe, ist dieses Projekt erstaunlicherweise keineswegs einfacher realisierbar für mich geworden.

Inzwischen habe ich mich auch hin und wieder an Erzählungen gewagt, bin allerdings im fragmentarischen Stadium steckengeblieben, vermutlich weil ich mit Ausdauer zu wenig und mit immer wieder neuen Ideen zu viel gesegnet bin. Nur ein einziges kleines Büchlein ist in dieser Richtung je fertiggestellt worden, in einer Auflage von genau zwei Exemplaren, es ist also verständlicherweise ebenfalls vergriffen. ;-)

Seit ich in den Jahren 1994 und 1995 mit dem Erlernen der spanischen Sprache begonnen habe, ein Streben, das wohl niemals ganz abgeschlossen werden kann, habe ich mich auch an einige Übersetzungen gewagt und begonnen, Texte von Javier Marías, Juan José Millás und Jorge Ibargüengoitia ins Deutsche zu übertragen. Leider ist auch hier bisher nichts weit genug fertig geworden, um veröffentlicht zu werden.

Immerhin habe ich mich mit dem einen oder anderen kleinen meiner Werke oder besser Fragmente inzwischen auch zu bescheidenen und lokalen öffentlichen Lesungen gewagt.


Bei uns scheint so einiges in der Familie zu liegen, so auch das Schreiben. Mein Vater, Bernhard Nieland oder einfach BerNie, schreibt seit Jahren an unserer Familiengeschichte, wozu ich ihn in einem unserer Sommerurlaube verdonnert habe.

Der erste Band mit dem Titel "Vom Pumpernickel zum Frankenwein" erschien im Januar 1985 und beschreibt die Zeit von 1891 bis 1920.

Der zweite Band mit dem Titel "Messerles und Pflöckeles" erschien im Januar 1988. Er handelt von den Jahren 1920 bis 1939 und ist nicht nur eine Familien-, sondern auch eine Heimatgeschichte aus Bad Kissingen.

Der dritte Band mit dem Titel "Vom Kohlenklau zur Chesterfield" ist im November 1995 erschienen und seit kurzem ebenfalls vergriffen. Das 470 Seiten starke Buch erzählt vom Leben während der Jahre 1939 bis 1947.

Der vierte Band, der die Jahre 1947 bis 1969 abdecken soll, ist in Arbeit, ebenso eine Überarbeitung des ersten Bandes sowie eine Biographie des Malers und Freundes Helmut Mantel.


Hier findet sich nebst anderen Informationen die Liste aller Literaturnobelpreise.


Die Bücherseiten von Herbert Huber, Markus Kolbeck und Christian Köllerer sind einen Besuch meiner Meinung nach durchaus wert; übrigens finden sich dort auch sehr viel umfangreichere Linklisten, als ich diese zu pflegen Zeit aufwenden möchte. Außerdem empfehle ich jedem Lesefreund die Newsgroup de.rec.buecher, wo alles rund um das Medium Buch diskutiert wird und wo viele Anregungen zu finden und Hintergrundwissen zu erfragen ist.

Viele weitere Bücherseiten finden sich -- leider unsortiert und unkommentiert -- auf den Listen Die Top100 Literatur-Seiten im Netzund Listinus Toplisten.Stöbern lohnt sich trotz vieler kommerzieller Seiten (Buchhandlungen, etc); einige private Seiten sind sehr liebevoll gemacht.


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Letzte Änderungen: 28.VI.2011


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