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Herbst

Unter meinem Fuß knirscht Sand,
Auf grünen Wiesen liegt Morgentau,
Ein Licht kämpft sich durch tristes Grau,
Ein stämmiger Baum am Wegesrand.

Deine Augen sehen mich an,
Mein Mund, er spricht wie von allein,
Ich fühle mich bei Dir daheim,
Und lehne meine Last an Deinen Stamm.

Stark durchbricht Deine Wurzel den Stein,
Aus dem die Mauer um mein Herz.
Mutig nimmst Du mir jeden Schmerz,
Und bist doch zerbrechlich, zart und fein.

Der Herbstwind reißt an Deinem Laub.
Durch Deine Krone fällt blaues Licht.
Eine Träne rollt über Dein Gesicht,
Für jedes Blatt, das das Leben Dir raubt.

Du Mensch, der jeden Menschen liebt,
Du Augenpaar im Sonnenschein,
Du offenes Herz, voll Liebe so rein,
Wie kann es sein, daß es Dich gibt?

(Torsten Nieland)


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letzte Änderungen: 27.II.2007


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