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Im fahlen Neumondlicht

Schwarze Schritte durch die Nacht,
Und tatsächlich knirscht Schnee.
Ein nebelhaft weißer Flockensee,
Der soeben erst aufgewacht.
Frischmunteres Stapfen, als gäbe es Sinn,
Zielloses Schweben, ganz ohne Gewicht,
Schleichendes Schlurfen, um zu hör'n, daß ich bin.

Wie Schnee die Schnipsel aus Papier,
Von einem Lächeln zu Flocken zerpflückt.
Erinnerung hat mich traurig entrückt,
Und Worte mit Rucksack tropften zu Dir.
In gestrigen Gläsern noch ein Schluck Wein,
Geschmack wie von Leben, ein fernes Gesicht,
Und Sehnsucht, als wollt' ich noch einmal sein.

Noch einmal durch die Glühwurmglut?
Wie Sisyphos erneut von vorn?
Mir fehlt die Kraft, ich bin verlor'n,
Selbst zum Verzweifeln fehlt mir der Mut.
Zehn Finger voller Zärtlichkeit,
Doch niemand im fahlen Neumondlicht.
Auf mich allein hat es geschneit.

(Torsten Nieland)


Zu Kermits Gedichteseite

letzte Änderungen: 27.II.2007


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