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Zwei Uhr nachts

Dein Mund, der nichts böses sprechen kann,
Malt voller Musik für mich ein Bild.
Befreit von aller Schranken Bann
Zeigt es Gedanken, so still und wild.

Worte, gesprochen in selige Ruh -
Gleich, wie unbedeutend sie sind,
Dein Ohr hört mir geduldig zu,
So wie ein Vogel lauscht dem Wind.

Die Zeit, sie scheint mir stillzusteh'n,
Und doch rast sie dahin so schnell.
Das Glück scheint nicht vorbeizugeh'n;
Die Nacht, wie ein Sommertag, so hell.

Wie ein Sommertag, so warm,
Liegt Deine Seele, so offen und frei,
Macht jeden schlechten Willen zahm
Und kennt kein Vorurteil.
 

Mit einer leeren Flasche Wein
Endet ein Besuch bei Dir -
Es verlischt der Kerzen Schein,
Es schließt sich Deine Tür.

Und nun sitze ich hier und weiß,
Daß ich eigentlich für die nächste
Klausur lernen müßte, doch meine
Gedanken lassen nicht von der
Spiegelung des Kerzenlichts in Deinen
Augen und von den Worten, die Du
schweigend gesprochen hast!

(Torsten Nieland)


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letzte Änderungen: 6.III.2007


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