[Kermit] [Reisen] [Bücher] [Wissenschaft / Technik / Ethik] [auf dem Berg] [e-mail]

Kermits Heimleben

Am ersten Oktober 1989 bin ich in Heim II eingezogen und war dann achtzehneinhalb Jahre lang Mieter und gelegentlich sogar Bewohner der Zelle Nummer vier im besten Studentendomizil der Welt - so gesehen bin ich als bisher einziger Bewohner hier kein Heimkind mehr. Nun ist es an der Zeit, die Zeichen derselben zu erkennen und das Feld endlich jungen und hoffentlich idealistischen Menschen zu hinterlassen, ich ziehe meiner Wege, so schwer es mir auch fällt, diese vier Wände mit Sack und Pack zu verlassen....


Es ist nun schon wieder ein wenig her, doch bin ich irgendwann einmal auch im bürgerlichen Sinne volljährig, also dreißig Jahre alt geworden. Gemäß uralt hergebrachter Sitte durfte ich aus diesem Anlaß, da ich nicht verheiratet bin, die Treppe des Clausthaler Oberbergamtes fegen, bis eine Jungfrau mich freiküßte.


Ich war vom Mai 1994 bis zum August 2001, kurz vor meiner Abreise nach Mexiko für damals unbestimmte Zeit, der Kegelpräser - "Präser" ist eine Abkürzung für das so förmlich klingende Wort "Präsident" - des Kegelclubs "Trunkenbolde" der sich etwa einmal im Monat trifft, um den jeweils besten und den jeweils unglücklichsten Kegler zu ermitteln und mit dem goldenen beziehungsweise roten Kegel zu küren.

Mein besonderer Dank gilt meinen Freunden und Nachfolgern in diesem Amte, Uwe als Präser und Marc als Schatzmeister, die sich schon seit Angedenken um die Kegelclubseite kümmern und mich auch sonst während meiner Amtszeit immer mit Leibes- und Geisteskräften unterstützten.

Um den Jahreswechsel 2004/2005 herum haben die Ämterträger erneut gewechselt; mit Tim als Präser und Schimpi als Schatzmeister ist nun eine neue Generation am Ruder.


Am Heimleben nehme ich nicht mehr so stark teil, wie ich es früher tat, bin aber doch alle paar Abende noch im Fluchtpunkt zu finden, unserer selbst ausgebauten Kellerbar, wo es Faßbier und hin und wieder nette Parties gibt. In letzter Zeit finden sich dort auch immer häufiger dem Laster des Doppelkopfs verfallene arme Sünder an, die sich mit Karten in der Hand die Nacht um die Ohren schlagen. Vor Kurzem fand im Fluchtpunkt die Deutsche Woche ohne Katja statt, eine Aktion, die auf Uwes und meinem Mist gewachsen ist.

Früher - was für ein gewichtiges Wort, denn da war ja bekanntlich alles besser! - war ich auch als Flur- und Heimsprecher aktiv. So habe ich vielleicht die eine oder andere Spur im Heim hinterlassen. Meine letzte erwähnenswerte Aktivität für das Wohnheim war die Einrichtung der Heim II - Bibliothek.

Seit Beginn des Sommersemesters 2005 habe ich das Amt des Webwartes übernommen, der sich um das WWW-Angebot unseres phantastischen Wohnheimes kümmert.


Wenn ich weder in der mittleren Küche beim Tee, noch in Zelle Nummer Vier beim Wein und auch nicht im Fluchtpunkt beim Bier zu finden bin, dann halte ich mich entweder in einem Winkel der Welt auf, der noch entlegener ist als Clausthal, oder ich bin im Anno Tobak, meiner Stammkneipe. Hin und wieder werde ich dort auffällig, nicht etwa, weil ich mich nicht benehmen kann, sondern weil ich mit einem Buch still in einer gut beleuchteten Ecke sitze - das Anno ist eben nicht nur irgendeine Kneipe, es ist mein Wohnzimmer. Früher habe ich auch manchmal mittwochs, freitags oder samstags im Keller des Anno als DJ gearbeitet und damit meine Reisekasse aufgebessert.


Während des Semesters bin ich mittwochs beinahe ohne Ausnahme des abends bei der Vortragsreihe Wissenschaft, Technik und Ethik anzutreffen. Diese Veranstaltung gehört meiner Meinung nach zu den herausragenden Einrichtungen Clausthals und sollte eigentlich jeden verantwortungsbewußten angehenden Wissenschaftler interessieren und neugierig machen, aber auch jeden Bürger Clausthals und der nahen Umgebung, der nicht unbedingt mit der Universität verbandelt sein muß. Egal um welches Thema es bei diesen interdisziplinären Gesprächen und Informationen geht, immer nimmt der Besucher ein kleines oder auch großes Bündel frischer und neuer Gedanken und Ideen mit nach Hause.


Eine besondere Aktion veranstalteten Heim I und Heim II im Jahre 1993, als wir zwei Wochen lang in einem Iglu gegen die anstehende drastische Erhöhung der Kaltmieten protestierten.


Sehr regelmässig bin ich auf dem IRC-Channel #heim2 zu finden, wo sich Heimbewohner, Ehemalige, Freunde und gerngesehene Gäste zu einem gemütlichen Plausch treffen, da der Fluchtpunkt ja nicht für einen jeden lediglich 15 Treppenstufen entfernt liegt.


Eine ganz besondere Freude mache ich meinen Mitheimbewohnern, wenn ich auf meiner Gitarre musiziere. Zuweilen trete ich mit einer kleinen und leider noch sehr unbekannten Band auf. ;-) Aber auch wenn ich nicht selbst zur Klampfe greife und meine sonore Stimme erschallen lasse, habe ich doch schon manchen Heimbewohner mit Konservenmusik zu beliebiger Tages- und Nachtzeit und in beliebiger Lautstärke höchst erfreut. Ein paar Worte zu meinen akustischen Geschmack finden sich auf meiner fragmentarischen Musikseite.


Zurück zu Kermits Hauptseite

letzte Änderung: 1.IV.2008


Liebe Besucherin, lieber Besucher,
das Erstellen von Web-Seiten kostet Arbeit, eine Menge Zeit und manchmal sogar Geld. Wer Seiten ins Netz stellt, möchte selbstverständlich, daß dieser Aufwand nicht umsonst war, und so freue ich mich natürlich, wenn Sie von den dargestellten Informationen etwas weiterverwerten können. Dies sei Ihnen hiermit ausdrücklich gestattet, ich bitte aber als Entlohnung um eine korrekte Nennung des Urhebers sowie bei Verwendung im Internet um einen verweisenden Link auf meine Seite.
Danke.

[Kermit] [Reisen] [Bücher] [Wissenschaft / Technik / Ethik] [auf dem Berg] [e-mail]