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Kermits Meinungen

Auf dieser Seite finden sich natürlich nur einige wenige meiner persönlichen Meinungen, und zwar zu den Themen Die Texte, die den einzelnen Punkten direkt folgen, sind von mir verfaßt und nur ich trage dementsprechend die Verantwortung für diese. Besucherinnen und Besucher können auf dieser Seite allerdings auch eigene Meinungen kundtun, die dann deutlich gekennzeichnet meinen eigenen Beiträgen folgen. Für diese tragen ihre jeweiligen Verfasser die Verantwortung.

Kermit alias Torsten Nieland.

Ich bin...

...GEGEN die Todesstrafe!

Unsere individuelle Wahrnehmung der Welt sagt uns, daß unser Bewußtsein in unserem Körper feststeckt; niemand kann seinen Körper verlassen und in einen anderen hineinschlüpfen. Der Körper ist damit gewissermaßen das Gefährt, mit dessen Hilfe unser Bewußtsein in dieser Welt lebt. Die physikalischen, chemischen, biologischen und medizinischen Grundlagen, nach denen ein Körper geboren wird, lebt und unweigerlich stirbt, sind heute bekannt und anerkannt genug, um zu wissen, daß das rein körperliche Leben mit dem Tod des Körpers endet. Daß es ein Leben vor der Geburt oder nach dem Tod gibt und nach welchen Grundsätzen und Regeln dieses abläuft, können wir glauben, aber wir können es nicht wissen oder gar beweisen.

In einer freiheitlichen Welt sollte jeder Mensch das Recht genießen, seinen eigenen Glauben frei zu wählen, das heißt, zu glauben, was ihn überzeugt und was er seiner individuellen Wahrnehmung der Welt nach für gut, schön und wahr erachtet!

Wenn Menschen einen anderen Menschen richten und verurteilen, so darf dies nicht aufgrund ihres eigenen persönlichen Glaubens geschehen, sondern muß Richtlinien genügen, die von allen Gemeinschaften anerkannt werden. Insbesondere darf der Verurteilung nicht der Glaube anderer Menschen bezüglich eines Lebens nach dem körperlichen Tode des Verurteilten zugrunde liegen.

Verlassen wir uns gemäß dieser Grundsätze allein auf unser Wissen, so müssen wir davon ausgehen, daß jedem Menschen nur ein einziges Leben zur Verfügung steht. Dies gilt auch dann, wenn unser persönlicher Glaube uns etwas anderes sagt. Dieses einzige wissentlich gesicherte Leben eines jeden Individuums - seine einzige wissentlich gesicherte Chance ein Leben zu gestalten - darf ihm von niemandem und unter keinen Umständen jemals genommen werden! Diese Chance bedeutet auch die Chance auf Umkehr und Einsicht im Falle einer Verirrung. Daß ein Stein, wenn wir ihn loslassen, zu Boden fällt, können wir empirisch belegen, wenn dies auch kein absoluter Beweis dafür ist, daß der Stein dies beim nächsten Versuch wieder tun wird. Noch viel weniger können wir die zukünftigen Handlungen eines Menschen vorausahnen; ist er einmal gefallen, so heißt dies noch lange nicht, daß er es wieder tun wird. Im Gegensatz zu einem Stein handelt ein Mensch bewußt - die Möglichkeit, bewußt gut zu handeln, darf niemandem genommen werden, unabhängig davon, wie er seine Vergangenheit gelebt hat.

Die Todesstrafe auszusprechen gehört damit in meinen Augen mit Mord, Vergewaltigung und Kindesmißhandlung zu den schlimmsten Verbrechen, die ein Mensch begehen kann.

Unsere individuelle Wahrnehmung der Welt läßt uns seit Anbeginn der Zeit und jeden einzelnen Tag auf's Neue staunen. Staunen - und als direkte Folge Zweifel und Neugierde - haben die Philosophie hervorgebracht und alles, was wir heute mit dem Begriff Zivilisation verbinden. Das gleiche Staunen aber führt uns tagtäglich vor Augen, wie wenig wir wirklich wissen und wie wenig wir uns auf dieses Wissen und die Dauerhaftigkeit desselben verlassen können. Was wir fahrlässig Realität nennen ist eben nur die individuelle Wahrnehmung der Welt, daß wir noch immer staunen können zeigt uns, wie unvollständig und ungesichert diese ist.

Dies liefert mir den zweiten entscheidenden Grund gegen die Todesstrafe, denn wer könnte sich jemals der Realität - real für jedes Lebewesen - sicher genug sein, um eine Verurteilung auszusprechen und zu verantworten, die nicht reversibel ist?

Meinungen von Besuchern dieser Seite:

08. 11. 2006, 10 Uhr 52
Die Todesstrafe ist eine gute Variante um Mörder zu beseitigen. Ich bin dafür, dass sie endlich in Deutschland eingeführt wird! Es wird näHmlich langsam lanweilig mit den Totenköpfen der illegal in Flensburg von uns hingerichteten Verkehrssündern zu posieren und Photos davon zu machen. Außerdem tut es mir Leid, dass wir das Ganze deutschen Bundeswehrsoldaten in die Schuhe geschoben haben... Mit freundlichen Güßen Magerethe Unger
Internetpolizei Streife I Magerethe Unger, Flensburg.

27. 05. 2008, 10 Uhr 52
aaaaaaaaaalso ich find es gemein andern gegenüber vieleicht gehört der täter zu einer familie die ihn braucht und das find ich doof :-(
ser vus, hamburg.

07. 06. 2012, 10 Uhr 27
Es gibt eine Szene bei \"Herr der Ringe\": -sinngemäß- G: Kannst Du das Leben zurückgeben? F: Nein. G: Dann sei auch nicht so vorschnell mit dem Tode. -- Dies ist meine Motivation, gegen die Todesstrafe zu sein.
Peter Barsch, Northeim.

...GEGEN Studiengebühren!

Schon heute hängen die Bildung und die Ausbildung junger Menschen in Deutschland stark von den sozialen und finanziellen Verhältnissen ihrer jeweiligen Familien ab und dementsprechend weniger von ihren potentiellen Fähigkeiten. Dieser Zustand ist nicht nur bedauerlich, er ist erschreckend und alarmierend, ganz besonders für ein Land, dessen Rohstoffvorkommen in den Köpfen seiner Bürger steckt.

Durch die Einführung von Studiengebühren wird sich diese Situation entschieden verschlimmern, noch weniger junge Menschen aus nicht wohlhabenden Verhältnissen werden ein Hochschulstudium wagen. Auch günstige Kredite helfen hier nicht als Anreiz, denn der Schuldenberg, mit dem ein Akademiker dann die Universität verläßt, muß hochgradig abschreckend wirken - und dies ist gut so, zeugt es doch von Verantwortungsbewußtsein.

Außerdem wird die Qualität der universitären Ausbildung zwangsläufig sinken, denn Bildung verkommt zur bloßen Handelsware; Abschlüsse werden nicht mehr erarbeitet, sondern gekauft. Erbrachte Leistungen, die das geforderte Niveau nicht erfüllen, können nicht weiterhin durch Nichtbestehen vergolten werden, wenn diese Leistung nicht mehr hauptsächlich durch Investition von Arbeit und Zeit sondern vor allen Dingen durch Investition von viel Geld erbracht wurde. In der Folge wird das Ausbildungsniveau dem Niveau der minimalen erbrachten Leistungen angepaßt werden, nicht umgekehrt, wie es sein sollte, denn die entrichtete Gebühr erzeugt ein Anrecht auf die gekaufte Ware, also den Abschluß.

Als weitere Folge wird das Lernen an den Universitäten verschulter stattfinden, als dies heute der Fall ist, und die Möglichkeiten eines freiwilligen Blickes über den Tellerrand des eigenen Studienfaches werden eingeschränkt und ihre Nutzung erschwert. Dabei wäre es gerade die Investition in eine stark interdisziplinäre und in eigener Verantwortung gestaltete akademische Ausbildung, die Deutschland heute nötig hätte, um international nicht nur bestehen zu können, sondern auch überlegen zu werden.

Die deutsche Politik ist aber gerade dabei, dieses Land des entscheidenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Basisbausteines - der freien und seitens des Staates geförderten Bildung und Ausbildung - nachhaltig zu berauben. Ein Schritt zurück, den wir uns alle dann noch wünschen werden, wird ohne starke Schäden nicht mehr möglich sein, wenn das Kind Bildung erstmal in den tiefen Brunnen gefallen ist, der da gerade gebohrt wird. Politiker zukünftiger Landes- und Bundesregierungen sprechen inzwischen ganz offen von möglichen 2.500 Euro pro Nase und Semester in vier Jahren!

Demokratie beruht auf dem Prinzip, daß mündige Bürger durch Äußerung ihrer Meinung ihre Gesellschaft selbst gestalten. Wer verhindern will, daß unsere Gesellschaft in unverantwortlicher und kurzsichtiger Weise beschädigt wird, wie dies die Folge von Studiengebühren sein muß, der hat die demokratische Pflicht, seine Meinung zu äußern. Ein angemessenes Mittel, dieser Pflicht nachzukommen, sind Demonstrationen. Doch auch jede andere Form der Meinungsäußerung kann helfen, etwa Artikel und Leserbriefe in Zeitungen, Veröffentlichungen im Internet und schließlich das klassische demokratische Instrument der Abstimmung, sei es bei Unterschriftensammlungen oder mittels des Wahlzettels. (Meine eigene virtuelle Unterschriftenliste gegen Studiengebühren findet sich hier).

Studenten von heute, denkt nicht nur an Euer eigenes Studium, sondern auch ein bißchen langfristiger. Wenn Ihr einmal arbeitet, aber nach zehn Jahren kein Nachwuchs von den Universitäten mehr kommt, dann wird sich das ganz schnell doch noch auf Euch, Euren Job, Euer Leben, Eure Familie auswirken, denn Ihr seid dann ein ziemlich ungeschützter Teil dieser ganz allgemeinen Wirtschaftslage. Ich weiß, wovon ich spreche.

Und stellt Euch einmal vor, Ihr habt eines Tages kluge und lernwillige Kinder, aber dummerweise keine Kohle, diese auch zur Hochschule zu schicken. Wie erklärt Ihr ihnen dann, daß Euch diese ganze Sache mit den Studiengebühren egal war, als sie begann? Wir hatten nur die Wahl zwischen denen oder den Kommunisten wird wohl nicht noch einmal besonders glaubwürdig sein.

Meinungen von Besuchern dieser Seite:

27. 09. 2013, 20 Uhr 59
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...GEGEN eine Aufhebung der Buchpreisbindung!

Eine Aufhebung der Buchpreisbindung würde dazu führen, daß Einkaufszentren und große Ladenketten mit hohen Absatzzahlen Bücher sehr viel billiger abgeben könnten als die vielen kleinen lokalen Buchhandlungen. Dies betrifft vor allen Dingen auflagenstarke Bücher, wie beispielsweise die Vertreter aus einschlägigen Bestsellerlisten, die die Verkaufszahlen dieser Bücher noch weiter in die Höhe treiben.

Kleine lokale Buchhandlungen könnten aus diesem Grunde im auflagenstarken Bereich nicht mehr konkurrenzfähig arbeiten, sie müßten sich auf weniger populäre Bereiche spezialisieren, ohne dies durch den Absatz populärer Literatur absichern zu können. In ähnlicher Weise wären die Verlage betroffen, die weitgefächerte und gut gearbeitete Produktpaletten bieten. Billige Ausgaben von Verlagen, die nur den Massenmarkt bedienen, würden ihnen die wirtschaftliche Grundlage für oftmals gewagte Nischenproduktionen nehmen. Auch für Autoren bestimmter Genres würden qualitativ hochwertig arbeitende Verlage unattraktiv, weil sie eben nicht mehr den besagten Massenmarkt mitbedienen könnten, während unbekannte Autoren fast gänzlich ihrer Chance, professionell verlegt zu werden, beraubt würden.

Die Folgen sind klar: Verlage und Buchhandlungen müßten an Personal, Service und Qualität noch stärker einsparen, als dies heute schon der Fall ist, um dem Preisdruck großer Konzerne standzuhalten, die ein Buch nicht als Kulturgut oder sogar bibliomanes Schmuckstück ansehen, sondern lediglich als Handelsware, die Gewinn erwirtschaften soll wie Staubsaugerbeutel oder Toilettenpapier. Infolgedessen würden die Produktpaletten der Verlage zusammenschrumpfen und kleine Verlage und Buchhandlungen müßten schließen.

Heute bieten kleine lokale Buchhandlungen ihre Produkte zum gleichen Preis an wie Kaufhäuser und große Ladenketten, können aber dank der Buchpreisbindung trotz geringerer Verkaufszahlen einen besseren Service und ein weitgefächerteres und kundenangepaßteres Sortiment anbieten. Auflagenstarke Zugpferde ermöglichen den Verlagen die Produktion auflagenschwacher Besonderheiten und erhalten damit den überaus großen Umfang lieferbarer Buchtitel in Deutschland.

Die Aufhebung der Buchpreisbindung würde aber nicht nur dazu führen, daß dies nicht mehr möglich ist, das Sterben von Verlagen und Buchhandlungen würde zudem dazu führen, daß Titel, die nicht zum klassischen Supermarktsortiment gehören, wenn überhaupt, dann schwieriger erreichbar wären; diese Bücher würden zum Luxusgut und der Weg zur nächsten Buchhandlung, die einen solchen Namen verdient, zu einer aufwendigeren Reise. Damit würde nach einem kurzzeitigen Absturz des Preisniveaus für Massenproduktionen auf dem Buchmarkt durch Ausfall von Konkurrenz und Zusammenschrumpfen des Gesamtangebots der Buchpreis auf Dauer steigen gemäß dem Marktgesetz von Angebot und Nachfrage.

Kurz gesagt würde die Aufhebung der Buchpreisbindung also zu folgenden Effekten führen:

All diese Effekte entstammen nicht nur meiner Vorstellung von einem deutschen Buchmarkt ohne Buchpreisbindung, sie entsprechen auch meinen Beobachtungen und Erfahrungen in Ländern ohne Buchpreisbindung. Als besonders erschreckendes Beispiel kann ich hier Mexiko anführen, die Heimat oder Wahlheimat so vieler namhafter Autoren, wo alle genannten Effekte in besonders krasser Form zu beobachten sind und wo der durchschnittliche Bürger nur noch ein halbes Buch jährlich liest, mit sinkender Tendenz.
Meinungen von Besuchern dieser Seite:

01. 10. 2013, 9 Uhr 48
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...GEGEN die Rechtschreibdeform!

Die Kultur, die ein einzelner Mensch verinnerlicht hat und lebt, steckt die Grenzen seiner möglichen Gedanken fest. Jede Gesellschaft - und das schließt die sogenannte Weltgesellschaft mit ein - baut auf den Gedanken ihrer Mitglieder auf, die Entwicklung einer Gesellschaft findet dann statt, wenn sich die Gedanken ihrer Mitglieder entwickeln, mit den Gedanken in benachbarten Gesellschaften schritthalten, in die Lage versetzen, sich mit diesen auszutauschen, oder diese sogar überflügeln. Es ist dafür notwendig, daß die vom Einzelnen verinnerlichte und gelebte Kultur sowohl auf einem festen Grund steht, den nur die geschichtliche Verwurzelung dieser Kultur liefern kann, als auch offen und weitsichtig ist, sie darf nicht verbohrt in ihrer Verwurzelung verharren und muß eventuelle Scheuklappen ablegen.

Die Sprache - und in diesem Falle muß die Orthographie als vermittelnder und tragender Teil der Sprache angesehen werden - ist ein ganz gewichtiger Bestandteil einer jeden Kultur und hat wohl mehr einschränkenden oder erweiternden Einfluß auf die möglichen Gedanken eines jeden Menschen als jeder andere kulturelle Baustein. Teile einer Sprache zu verlieren oder nicht entstehen zu lassen, heißt, mögliche Gedanken zu verhindern, Gedanken, die der Gesellschaft in der Zukunft für ihre Entwicklung vielleicht noch von großem Nutzen sein könnten.

Damit ist Sprache immer in einem Zwispalt begriffen: Einerseits muß sie erhalten bleiben und geschützt werden, um die so wichtige Kultur nicht ihrer entscheidenden Grundlage zu berauben. Andererseits muß Sprache leben und sich wandeln, damit sie in der fortschreitenden Welt nicht unbrauchbar wird und die auf ihr basierende Kultur nicht stagniert. Der beste Weg, beides zu erreichen, ist eine ständige Erweiterung der Sprache, also das Hergebrachte zu erhalten und das Neue hinzuzufügen - doch dürfte kaum ein Mensch hierzu in vollem Maße in der Lage sein.

Der schlechteste Weg ist der, die Sprache künstlich und gezwungenermaßen zu verändern und sie damit ihrer geschichtlichen Verwurzelung zu berauben und sie gleichzeitig an diese Künstlichkeit und diesen Zwang zu binden, sie festzuschreiben und ihr damit die Möglichkeit zu nehmen, gelebt zu werden und sich zu wandeln. Genau dieser schlechteste aller Wege ist meiner Meinung nach mit der Rechtschreibdeform begangen worden.

Gefragt ist beim Umgang mit Sprache und Schrift gerade der Mittelweg, nämlich der, auf welchem Sprache sich nur dadurch wandelt, daß sie gelebt wird, und somit Hergebrachtes behutsam mittels schlichter Gewohnheit durch Neues ersetzt wird. So gehen keine oder doch zumindest möglichst wenige in der Sprache gespeicherte kulturelle Werte und mögliche Gedanken verloren. Dieser Mittelweg aber ist uns durch die am grünen Tisch geplante und von der Politik ohne Befragung der Bürgermeinung erzwungene Rechtschreibdeform verbaut worden, sofern wir diese hinnehmen.

Zudem hat die Rechtschreibdeform nicht die versprochenen Vorteile gebracht, ganz im Gegenteil. Die Rechtschreibschwächen von Schulkindern haben zugenommen. Überhaupt sind alle in deutscher Sprache Schreibenden inzwischen verunsichert, der tägliche Umgang mit mehr als nur zwei verschiedenen Schreibweisen vieler Wörter ist ein entscheidender Grund hierfür. Zudem sind die Regeln ja nicht einfacher geworden, sondern nur anders, vieles erschwert sogar die Lesbarkeit, wie etwa das orthographische Eindeutschen von Fremdwörtern (etwa Fassette) oder das unselige Aus Ein Ander Schreiben von Verben.

Der einzig richtige Umgang mit der vom Staat den Bürgern aufgezwungenen Rechtschreibdeform - eine Unmündigkeitserklärung des Staates an seine Bürger - ist meiner Meinung nach der zivile Ungehorsam, das heißt das Festhalten an der hergebrachten Orthographie, wo immer dies möglich ist, und die laut hervorgebrachte Forderung, die deutschen Schulkinder endlich wieder richtig schreiben zu lassen und den bereits angerichteten Schaden damit zu begrenzen.

...GEGEN bewußt nachlässige Ausdrucksweise und Orthographie!

Wie bereits im Abschnitt über die Rechtschreibdeform dargelegt, sind Sprache und Schrift entscheidende und sehr wichtige Bestandteile einer jeden entwickelten Kultur; sie sind zu schützen, wenn die Kultur erhalten werden und sich weiterentwickeln soll!

Leider ist es vielerorts - allen Orten voran im Internet, aber in immer stärkerem Maße auch in Rundfunk und Fernsehen - geradezu üblich geworden, sich nachlässig auszudrücken und die Orthographie beinahe bis zur Unverständlichkeit des Geschriebenen zu mißachten. Allen Unsitten voran gehen hier die konsequente Kleinschreibung aller Wörter und die bedenken- und gedankenlose Verwendung von Anglizismen, wo diese im Deutschen schlichtweg falsch sind. Ich halte diese Entwicklung für sehr bedenklich; sie verstärkt die ohnehin verbreitete Unsicherheit und wirkt in starkem Maße auf Heranwachsende, deren kultureller Kontext sich gerade noch bildet. Es ist erschreckend, wie rechtschreibschwach heutzutage einige Hochschulstudenten sind. Auch die Fähigkeit, sich auszudrücken, läßt selbst innerhalb dieser sogenannten Bildungselite manchmal dermaßen zu wünschen übrig, daß es jemandem, der gerne klassische Literatur liest, geradezu die Tränen in die Augen treibt.

Doch es handelt sich hierbei nicht, wie das nun vielleicht klingen mag, um eine reine Liebhaberei! Es gibt erwachsene Menschen, die die ersten drei Seiten von Thomas Manns Zauberberg oder Marcel Prousts Recherche (in deutscher Übersetzung) nicht flüssig lesen und nach der ersten Lektüre gleich verstehen können, weil ihre sprachlichen und orthographischen Fähigkeiten sich durch die Nachlässigkeit in ihrer Umgebung derart stark zurückgebildet haben.

Jeder Bereich der Kultur ist aber mit jedem anderen vernetzt, und jeder Mensch wirkt bewußt oder unbewußt als Lehrer auf seine Mitmenschen ein. Eine gewählte Sprache und korrekte Orthographie sind nicht nur - aber auch - als wirtschaftlicher Faktor interessant, sondern stärken auch Rhetorik, gedankliche Tiefe und letztendlich die Konzentrationsfähigkeit. Wer als erwachsener Mensch nachlässig spricht oder schreibt macht sich auch mitschuldig an Lernschwächen von Kindern und Jugendlichen und beeinflußt damit in schädigender Weise deren Werdegang.

Sprechen und Schreiben beinhalten eine große Verantwortung. Jeder Mensch sollte sich dieser Verantwortung bewußt sein - oder schweigen.

Darüber hinaus sollte klar sein, daß jeder Sprecher gehört und jeder Schreiber gelesen werden möchte. Die Bemühung um eine möglichst sorgfältige Ausdrucksweise und Orthographie ist lediglich gleichbedeutend mit einem gewissen Grad an Respekt, den jeder seinen Zuhörern oder Lesern schuldet. Wer diesen Respekt nicht aufbringt, darf sich nicht wundern, wenn ihm unabhängig vom Inhalt seiner Worte keine Aufmerksamkeit geschenkt wird - denn hierbei handelt es sich wirklich um ein Geschenk.

Meinungen von Besuchern dieser Seite:

05. 04. 2007, 7 Uhr 09
Hallo Kermit, du hast ja recht. Doch manchmal tauscht man sich einfach nur aus, ohne auf eine korrekte Schreibweise zu achten. Durch dein E.A. Poe Zitat neugierig geworden einen Gruß hinterlassend freundlichst gegrüßt, Arnold
Arnold Schiller, München.


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Da ungewünschte Werbung eklatant zugenommen hat, sehe ich mich gezwungen, einen kleinen Schutzmechanismus einzurichten. Bitte addieren Sie die Zahlen 3 und 24 und geben Sie das Ergebnis im Feld Prüfsumme ein. Danke.

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letzte Änderungen: 14.IX.2011


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