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México
Über Mexiko könnte ich einiges erzählen, denn ich war nicht nur mehrere Male dort, sondern habe auch eine Weile in der mexikanischen Stadt Puebla gelebt. Diese Seite ist aber, wie so viele meiner Reiseseiten, bisher leider nur ein bescheidenes Fragment. Einem Land wie Mexiko, das in erster Linie ein Land voller Kontraste ist - von nichts, was einem begegnet, ist nicht auch das genaue Gegenteil zu finden, jedenfalls scheint es so! - wird so eine Seite natürlich nicht gerecht, dessen bin ich gewiß.
Meine ersten Eindrücke von Mexiko gewann ich Ende des Jahres 1992, als
ich mit meiner Mutter und meiner Schwester eine organisierte Busreise durch
Yucatán unternahm mit anschließenden kurzen Besuchen in Palenque
und
Oaxaca. Claudia Ulferts, die mit unserer Gruppe ihre letzte Runde als
Reiseleiterin durch das
Land der Maya drehte, hat mit ihrer herzlichen Art - con cariño
sin duda - eine Tür ein klein wenig geöffnet,
hinter der sich eine
phantastische Kulturwelt verbirgt. Die meisten der vielen Einzelheiten habe
ich freilich vergessen, nicht aber daß es so viele waren und wie
gerne ich sie mir gemerkt und noch besser verstanden hätte.
Im Anschluß an diese Reise fuhr ich Anfang 1993 mit dem Fahrrad von
Cancún an der Atlantikküste
aus durch Belize nach Guatemala, wo ich Tical und Flores besuchte,
Cobán und Ciudad de Guatemala, um mich schließlich nahe Puerto
San José an der Pazifikküste von zwei mit Macheten bewaffneten
Männern ausrauben zu lassen, wodurch ich meiner Tagebücher dieser
Reise verlustig ging. Diese etwa 250 Seiten eingebüßt zu haben,
führte immerhin
zu einem kleinen Büchlein, Marimba und Macheten,
in dem ich wenigstens einige meiner Erinnerungen konservieren wollte.
Im Herbst 2001 reiste ich über San Diego in die mexikanische Provinz La Baja California. Am Cicese-Institut in Ensenada dozierten damals zwei meiner Professoren von der TU Clausthal, bei denen ich noch je eine Prüfung abzulegen hatte, und da es mir damit pressierte und ich das Notwendige mit dem Schönen zu verbinden trachtete, unternahm ich diese Reise, um meine Prüfungen eben in Mexiko abzulegen. Nachdem dies erfolgreich vollbracht war, durchradelte ich von Ensenada aus die Hälfte der californischen Halbinsel bis zum Städtchen Guerrero Negro, das just unterhalb des Wendekreises liegt. Von dieser ganz knappe tausend Kilometer langen Fahrt stammen die folgenden Bilder:
(Doch-doch, es gibt bessere Photos von dieser Fahrradreise, sie müssen lediglich erst herausgesucht und gescannt werden.... Übrigens ist mir auch das Tagebuch dieser Reise gut ein Jahr später am Flughafen von Mexiko Stadt gestohlen worden; dies scheint mein ganz persönliches, besonders bitteres Mexikoschicksal zu sein.)
Ich habe dann noch ein wenig Zeit in Zentalmexiko zugebracht. Inzwischen war ich seit meinem Aufenthalt in Tarragona, Spanien, der Landessprache mächtig, wenngleich mein Akzent auch mancherorts unangenehm auffiel und ich als gachupín freundlich verlacht wurde. Wie schon während so vieler anderer Weltenbummeleien erwies sich auch diesmal wieder die Sprache als Schlüssel zu jener großen Tür, die einen den Menschen näherbringt. So habe ich erst auf dieser Reise die Phaszination Mexikos begriffen, habe den Reichtum der Kontraste kennengelernt; zum ersten Mal, als ich nach der Einsamkeit der Halbwüste in La Baja California, die ich ja mit dem Fahrrad durchmessen hatte, am Abend des 10. September 2001 in der Gebäudewüste der mexikanischen Hauptstadt landete. Der Kontraste und Widersprüche sind aber noch reichlich mehr, ein Buch ließe sich darüber schreiben - diese Gelegenheit nutzend möchte ich Alan Ridings Distant Neighbors empfehlen.
Von März 2002 bis Oktober 2003 lebte und arbeitete ich in der
Stadt Puebla. Das nebenstehende (deutlich verbesserungswürdige)
Bild zeigt El Barrio del Artista
und eine meiner Lieblingskneipen, El Rentoi, wo ich an manchem
Sonntagvormittag dem Son lauschte und eine Chelada - oder war es eine
Michelada? - schlürfte.
Nun werde ich am 22. August 2007 erneut eine Reise nach Mexiko unternehmen,
die sechs Wochen dauern soll. Zum einen habe ich noch ein paar Koffer dort
stehen, im wahren Wortsinne, zum anderen möchte ich einige
Straßenecken voller Erinnerungen besuchen, mir mit Tacos den Bauch
vollschlagen, die Musikkneipen Pueblas erneut besuchen, deren Stimmung mich
so manches Mal entführte - wohin, das verrate ich nicht - und vielleicht
den einen oder anderen Menschen wiedersehen, der sich noch meiner erinnert.
Ein kurzer Bericht und ein paar Bilder werden folgen.
letzte Änderungen: 20.XII.2008
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